Alle Berufliche Grundbildung Studiengänge Höhere Fachschule Studiengänge Fachhochschule Infomaterial

«Ich schätze es, wenn ich mit meiner Arbeit Menschen dabei unterstützen kann, ihre Bewegung im Alltag zu verbessern und aktiv etwas für ihre Gesundheit zu machen.»

Physiotherapeutin BSc BFH
Physiotherapeut BSc BFH


Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten unterstützen Menschen darin, beeinträchtigte Körperfunktionen wieder herzustellen oder besser mit Einschränkungen umgehen zu können. Sie arbeiten vermehrt auch präventiv und tragen so zur Gesundheitsförderung in der Bevölkerung bei, zum Beispiel mit Bewegungsprogrammen für Kinder. 

Arbeitsorte sind Spitäler, Rehabilitationszentren, Alters­ und Pflegeheime, Institutionen für Behinderte, Kurkliniken und Privatpraxen. Ein weiteres Betätigungsfeld bietet die Betreuung von Sportler/innen und Sportvereinen sowie die Heimbehandlung von Patientinnen und Patienten.

Voraussetzungen

  • Berufs-, Fach- oder gymnasiale Matur 
  • Manuelles Geschick 
  • vielfältige Bewegungserfahrung und Interesse an der Bewegung 
  • Interesse an den Mitmenschen 
  • gute kommunikative Fähigkeiten 
  • gutes Vorwissen in naturwissenschaftlichen Fächern
  • gute Englischkenntnisse
  • rasche Auffassungs- und Beobachtungsgabe
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Teamfähigkeit
  • obligatorisches, zweimonatiges Pflegpraktikum vor Beginn des Studiums
  • erfolgreich absolvierte Eignungsabklärung

Ausbildung

  • drei Jahre Vollzeitstudium an der Berner Fachhochschule BFH
  • zwei Drittel des Studiums bestehen aus Lehre an der Fachhochschule, ein Drittel aus studienbegleitenden Praktika in den Ausbildungsbetrieben
  • im Anschluss zehn Monate in der Praxis als Zusatzmodul
  • Semestergebühren
  • Titel: Bachelor of Science (BSc) BFH in Physiotherapie
  • Der Bachelor ist die Grundlage für den Master of Science in Physiotherapie. Beide Abschlüsse sind eidgenössisch anerkannt, europakompatibel und gelten international als Hochschulabschluss

Mein Alltag

«Die meisten Patienten kommen auf Verordnung des Arztes in meine Praxis. Der Arzt erstellt eine Diagnose und gibt das grundsätzliche Ziel an: zum Beispiel Rückenschmerzen und als Ziel Schmerzlinderung und Kräftigung der Rückenmuskulatur. Den Weg zum Ziel, die Massnahmen, lege ich fest. Bei der ersten Behandlung nehme ich den Befund auf. Ich befrage den Patienten zu den Beschwerden und untersuche den Körper. Dann formuliere ich, wenn möglich mit dem Patienten zusammen, detaillierte Ziele und erstelle einen Behandlungsplan. Ursache der Rückenschmerzen kann eine Blockierung von Gelenken der Lendenwirbelsäule sein, verbunden mit einer Verhärtung der Muskulatur. Schuld daran sind beispielsweise eine einseitige Körperhaltung bei der Bildschirmarbeit oder Bewegungsmangel.

Besprechen und Mitgeben von Tipps
Mit meinen Händen mobilisiere ich die Gelenke der Lendenwirbelsäule, um Blockierungen zu lösen. Unter Anleitung kräftigt der Patient an Trainingsgeräten die Rückenmuskulatur, und ich zeige ihm Übungen für den Rücken, die er täglich zu Hause durchführen soll. Ich gebe ihm Tipps für Entspannungsübungen während der Arbeit und instruiere ihn, wie er den Arbeitsplatz ergonomisch gestalten kann. Und wir besprechen, welcher Sport als Ausgleich für ihn geeignet wäre.

Ein anderes Beispiel: Ein Patient hat sich beim Fussballspielen das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen. Ziel ist, nach einer Ruhephase die Stabilität des Knies wiederherzustellen. Die Beinmuskulatur stärkt der Patient mit gymnastischen Übungen, Gerätetraining und Velofahren. Daneben arbeite ich mit ihm an der Koordination der Muskeln: Die richtigen Muskeln sollen sich im richtigen Moment in der richtigen Intensität zusammenziehen. Er steht beispielsweise mit einem Bein auf einem schwankenden Brett und fängt Bälle, die ich ihm zuwerfe.

Schliesslich will ich die Beweglichkeit des Kniegelenks verbessern. Damit er das Knie besser biegen kann, entspanne ich mit den Händen die Gegenmuskulatur, die Kniestrecker, und mobilisiere das Gelenk. Während Jahren habe ich in einem Spital Patienten behandelt, in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegefachleuten und Ergotherapeutinnen. Zum Beispiel eine Frau, die nach einem Baucheingriff grosse Schmerzen verspürte und deshalb nicht mehr tief genug atmete. Teile der Lungeerhielten zu wenig Luft, weshalb die Gefahr einer Lungenentzündung bestand. Ich habe mit der Patientin eine Atemtherapie durchgeführt, so dass wieder alle Teile der Lunge belüftet wurden, und habe sie beim Abhusten von überschüssigem Lungensekret unterstützt.

Ich schätze es, wenn ich mit meiner Arbeit Menschen dabei unterstützen kann, ihre Bewegung im Alltag zu verbessern und aktiv etwas für ihre Gesundheit zu machen. Es freut mich zu sehen, wenn sie Bewegung als etwas Positives erleben und ihr Leben selbständig gestalten können. Dies bestätigt mich in meiner Berufswahl immer wieder von Neuem.»

 

 

Kontakt und weitere Informationen

Berner Fachhochschule Gesundheit
Bachelorstudiengang Physiotherapie
Murtenstrasse 10
3008 Bern
Tel. 031 848 35 20

www.gesundheit.bfh.ch/physiotherapie