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«Als Hebamme leiste ich in einer sehr bedeutsamen Lebensphase einen wichtigen professionellen Beitrag.»

Hebamme BSc BFH


Hebammen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung, indem sie Frauen und deren Familien während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett selbständig begleiten. Sie führen Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen sowie Kurse durch (z.B. Geburtsvorbereitung, Beckenbodentraining, Vorbereitung auf die Elternschaft). Bei geburtshilflichen Risiken oder Komplikationen wird immer eine Ärztin oder ein Arzt beigezogen.

Sie arbeiten im angestellten Verhältnis in Spitälern, als wissenschaftliche Mitarbeitende an einer Fachhochschule oder als selbständig Erwerbende in Geburtshäusern, Hebammenpraxen etc. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stehen immer die Frau, deren Kind und die Familie. Zum Wohle der Gesundheit von Mutter und Kind arbeiten Hebammen in interprofessionellen Teams (z.B. mit der Ärzteschaft, Physiotherapie, Sozialdienst).

Voraussetzungen

  • Berufs-, Fach- oder gymnasiale Matur
  • Interesse an frauen- und familienorientierter Arbeit 
  • Interesse am Thema Mutterschaft und Themen der Chancengleichheit
  • gute Englischkenntnisse 
  • sehr gute Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern 
  • rasche Auffassungs- und Beobachtungsgabe 
  • Stressmanagement (Ruhe bewahren in sich schnell verändernden Situationen)
  • Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • psychische und physische Belastbarkeit
  • erfolgreich absolvierte Eignungsabklärung

Ausbildung

  • drei Jahre Vollzeitstudium an der Berner Fachhochschule BFH 
  • zwei Jahre Teilzeitstudium für diplomierte Pflegefach personen (BSc, HF oder Vorgängerschulen) 
  • zwei Drittel Lehre an der Fachhochschule und ein Drittel studienbegleitende Praktika in verschiedenen Arbeitsfeldern 
  • im Anschluss zehn Monate in der Praxis als Zusatzmodul für Studierende ohne Vorerfahrung als Pflegefachperson 
  • Semestergebühren
  • Titel: Bachelor of Science (BSc) BFH Hebamme
  • Der Bachelor ist die Grundlage für den Master of Science Hebamme. Beide Abschlüsse sind eidgenössisch anerkannt, europakompatibel und gelten international als Hochschulabschluss

Mein Alltag

«Während der Geburt erlebe ich, wie die Frau tief und rhythmisch atmet, wie sie schwitzt und die Wehen verarbeitet, sich bewegt und entspannt, wie sie kraftvoll ihr Kind auf die Welt bringt. Ich begleite die Frau zusammen mit dem Partner, gebe etwas zu trinken, massiere, lege Wickel auf, bestätige und unterstütze die angehende Mutter im Stehen und Herumlaufen, die Geburtsarbeit zu leisten. Ich überprüfe die Wehen und die Herztöne des Kindes.

Dann erscheint das Köpfchen, der Körper, der erste Schrei ertönt. Ich lege das nackte Kind auf die Haut der Mutter. Die Mutter strahlt und ist konzentriert auf das Kind, der Vater findet keine Worte, die Eltern greifen sich an den Händen und halten staunend das Neugeborene in den Armen. Es schmiegt sich an die Brust der Mutter und trinkt die erste Muttermilch. Auch nach Hunderten von Geburten bin ich berührt von der Intimität dieser Situation.

Grosse Verantwortung
In solchen Situationen bekomme ich die tiefsten Gefühle von Menschen mit und muss gleichzeitig konzentriert und professionell handeln. Ich muss geduldig sein, freundlich, aber auch bestimmt und selbstsicher. Als Hebamme trage ich grosse Verantwortung, jede Geburt wird sorgfältig vorbereitet.

Ich arbeite mit meinen Händen zum Ertasten des Kindes im Bauch, mit einfachen Hilfsmitteln wie das Herztonrohr, aber auch mit moderner Technik. Ich habe gelernt, aufgrund beobachtbarer Merkmale und meiner fachlichen Kompetenz zu erkennen, wann eine Schwangerschaft, Geburt oder das Wochenbett normal verläuft. Sobald sich Probleme abzeichnen, unterstütze ich weiterhin den normalen Verlauf und ziehe weitere medizinische Fachpersonen bei.

Selten stirbt ein Kind während der Geburt oder muss eine Frau ein Kind gebären, das bereits vor der Geburt gestorben ist. Für Mutter und Vater ist das eine grosse Belastung und für eine Hebamme eine grosse Herausforderung. Ich unterstütze die Eltern in ihrer Trauer und dieser Situation des Verlusts. Sie sollen würdig von ihrer Tochter oder ihrem Sohn Abschied nehmen können.

Die Nähe zur Frau und zum Partner entwickelt sich schon während der Schwangerschaft – wenn das Paar in die Kontrolle kommt und ich Gewicht, Bauchumfang, Puls, Blutdruck messe, Herztöne des Kindes abhöre, ein Ultraschallbild aufnehme, mit ihnen über ihr Befinden, ihr Ernährungsverhalten, ihre beruflichen und/oder familiären Verpflichtungen und andere Herausforderungen spreche. Nach der Geburt erlebe ich die Mutter und den Vater mit ihrem Kind zusammen, leite sie beim Stillen
und in der Pflege ihres Kindes an. Ich unterstütze sie, sich in der neuen Rolle als Eltern zu finden. Die Begleitung und Unterstützung kann bis zu einem Jahr dauern und wird in Zusammenarbeit mit der ütter- und Väterberatung sowie anderen Fachpersonen geleistet.

Wichtiger professioneller Beitrag
Hebamme bin ich immer. Ich lege meinen Beruf nicht ab, wenn ich das Spital oder das Privathaus einer Frau verlasse. Als Hebamme ist mir bewusst, dass ich in einer sehr bedeutsamen Lebensphase einen wichtigen professionellen Beitrag leiste. Die traditionellen Anteile und die neuen Erkenntnisse aus der Wissenschaft bilden die Basis für meine tägliche Arbeit.»

Dokumente

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Kontakt und weitere Informationen

Berner Fachhochschule Gesundheit
Bachelorstudiengang Hebamme
Murtenstrasse 10
3008 Bern
Tel. 031 848 35 80

www.gesundheit.bfh.ch/hebamme