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«Mit meiner Arbeit trage ich dazu bei, dass Bewohnerinnen und Bewohner möglichst erfüllte letzte Jahre verleben und auf eine gute Art gehen können.»

Diplomierte Aktivierungsfachfrau HF
Diplomierter Aktivierungsfachmann HF


Die Aktivierungsfachfrau und der Aktivierungsfachmann arbeiten mit betagten, chronisch kranken oder behinderten Erwachsenen. Sie fördern und erhalten durch ausgewählte Mittel und Methoden die körperlichen, geistigen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Klientinnen und Klienten.

Sie unterstützen sie, ihre Ressourcen und Interessen aktiv zu nutzen, damit sie so viel wie möglich selbstständig tun und entscheiden können. Arbeitsorte sind Alters-und Pflegeheime, Tagesstätten, psychiatrische Kliniken und Behindertenwohnheime.

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Berufslehre mit eidg. Fähigkeitszeugnis, Fachmittelschulabschluss oder gymnasiale Matur
  • Freude am Umgang mit hochbetagten Menschen und Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen
  • Einfühlungsvermögen und Geduld
  • Freude an der Kommunikation und an der Arbeit im Team
  • gestalterisches und musisches Interesse sowie organisatorisches Geschick
  • körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Verantwortungsbewusstsein, Reflexions- und Konfliktfähigkeit
  • erfolgreich absolviertes Aufnahmeverfahren
  • Pflegepraktikum oder Erfahrung im Geriatriebereich

Ausbildung

  • dreijähriger Studiengang an der Höheren Fachschule medi, Zentrum für medizinische Bildung mit Beginn jeweils im August
  • setzt sich aus Schulunterricht, Selbststudium und praktischer Arbeit in zwei unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammen.
  • Semestergebühren
  • Entschädigung während der ganzen Ausbildung
  • Titel: Dipl. Aktivierungsfachfrau/Aktivierungsfachmann HF

Mein Alltag

«Als Aktivierungsfachmann im Alters- und Pflegeheim arbeite ich mit verschiedenen Gruppen von Klientinnen und Klienten. Da ist zum Beispiel der Männerstammtisch, der sich an einem Abend pro Woche trifft. Wichtig dabei ist, dass ich ihre Bedürfnisse und ihre Fähigkeiten für Angebote der Aktivierung erfasse. Wir sprechen über den Armeedienst, über die ehemaligen Berufe oder über Autos. Ich nehme Militärschuhe und einen Militärrucksack mit, Bücher und Bilder, Autozeitschriften und Modellautos. Kürzlich hat ein Bewohner von seiner früheren Arbeit als Automechaniker erzählt, worauf die Runde lange gefachsimpelt hat.

Lachen, singen und reden
Jede Woche arbeite ich auch mit fünf Klientinnen und Klienten, die einen Schlaganfall erlitten haben und halbseitig gelähmt sind. Wir sitzen im Kreis, die Bewohner im Rollstuhl, und stupsen einander einen Ballon zu. Oder sie tanzen mit den Rollstühlen, üben mit Bällen Zielwurf, schlagen mit Rhythmus-Instrumenten. Wir lachen viel. Am Schluss sind sie wacher, entspannter, voll Freude.

Die Kochgruppe bereitet einmal in der Woche ein Abendessen zu, meist Apfelkuchen oder Gemüsesuppe mit Würstli. Die Mitglieder der Gruppe rüsten, schneiden, rühren, kneten und wallen. Ich koche und backe an der fahrbaren Kochstation. Während der Arbeit sprechen wir über Gemüse, Kräuter, Rezepte und wie die Frauen Früchte eingemacht haben. Nach dem Essen singen wir oft.

Ziel dieser Angebote ist immer, die Klienten in ihren noch vorhandenen Fähigkeiten zu unterstützen und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, sich als wertvoll und zur Gruppe zugehörend zu erleben.

Wertschätzende Haltung
Treten Klientinnen und Klienten neu ins Heim ein, führe ich während den ersten drei Monaten eine Einzeltherapie durch. Ich erfasse die Lebensgeschichte, die Bedürfnisse und die Vorlieben.

Für jede Person stelle ich Ziele auf. Zum Beispiel betreue ich eine Frau, die gerne gebacken hat. Ich backe mit ihr Kuchen, und sie bekommt Komplimente für das Zvieri. Das stärkt ihr Selbstvertrauen. Nach den drei Monaten soll sie Mitglied der Kochgruppe werden.

Ich arbeite gerne mit diesen Menschen, gebe gerne Anstösse, wie sie ihre Lebensqualität halten oder sogar wieder steigern können. Eine wertschätzende Haltung ist dabei grundlegend. Oft lerne ich von ihnen. Zum Beispiel von der Frau, die viel Sport getrieben und ein Verkaufsgeschäft geleitet hat. Jetzt ist sie an Demenz erkrankt, kann weder gehen noch reden. Ich staune über ihre innere Freude und wie sie fähig ist, sich trotz ihrer Krankheit wohl zu fühlen. Ich erfahre, dass selbst in einer solchen
Situation das Leben lebenswert ist. Meist kommunizieren wir ohne Worte. Wenn sie mich anlacht und wir uns die Hände drücken, spüre ich Verbundenheit.

Die meisten unserer Bewohnerinnen und Bewohner sterben im Heim. Mit meiner Arbeit trage ich dazu bei, dass sie möglichst erfüllte letzte Jahre verleben und schliesslich auf eine gute Art gehen können.» 

Dokumente

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Kontakt und weitere Informationen

 

Aktivierung
Max-Daetwyler-Platz 2
3014 Bern
Tel. 031 537 31 10
E-Mail
www.medi.ch/aktivierung